Rettet die Bienen

Immer mehr Grünflächen verschwinden. Der Lebensraum von Insekten und Vögeln verschwindet rasant. Betroffen sind auch unsere Bienen. Wir benötigen mehr wilde Wiesen. Naturlandschaften müssen erhalten bleiben. Die Artenvielfalt ist in akuter Gefahr.

                   Bitte helfen Sie mit, etwas gegen die schwindende Natur zu unternehmen.

       Immer mehr Grünflächen verschwinden. Der Lebensraum von Insekten und Vögeln verschwindet rasant. Betroffen sind auch unsere Bienen. Wir benötigen mehr wilde Wiesen.         Naturlandschaften müssen erhalten bleiben. Die Artenvielfalt ist in akuter Gefahr.       

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     Die Biene braucht passende Blume           Deutsche Gärtner pflanzen oft das Falsche

Auf Balkonen und in Vorgärten sprießt es derzeit in allen Farben, in Gartencentern und Baumärkten greifen Kunden zu Blühmischungen – nicht zuletzt das bayerische Volksbegehren „Rettet die Bienen“ hat die Menschen aufgerüttelt. Baden-Württemberg plant bereits ebenfalls ein Volksbegehren, in Nordrhein-Westfalen laufen Gespräche.

Doch vielerorts darben die Insekten weiter, Wildbienen suchen vergeblich nach Nektar. Nicht alles, was bunt blüht, nährt die heimischen Insekten, mahnen Wissenschaftler anlässlich des Weltbienentages. Die Vereinten Nationen haben den Tag 2018 ins Leben gerufen, um auf mehr Schutz der Bienen zu drängen. Experten werten das Volksbegehren in Bayern und das geplante Gesetzespaket als wichtigen Schritt.

Sie sehen aber weiter Handlungsbedarf bei der Landwirtschaft – und geißeln die deutsche Gründlichkeit mit akkuraten Rasenflächen und unkrautfreien Grünanlagen. „Ein bisschen mehr Schlamperei täte der Sache nicht schlecht“, sagt Gerhard Haszprunar, Direktor der Zoologischen Staatssammlung München und Generaldirektor der Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns. „Es muss nicht immer alles picobello sein.“

Mähroboter, die durch deutsche Gärten surren, machen selbst Gänseblümchen den Garaus. Übrig bleibe „totes Grün“, kaum besser als Steingärten, die gerade in Mode sind. Auch Kommunen und Kleingartenvereine müssten Anpassungen in ihren Vorschriften vornehmen. „Viele Bestimmungen sind absolut kontraproduktiv“, sagt Haszprunar. „Lasst das Gift weg, hört auf, euren Rasen zu düngen und jede Woche zu mähen. Lasst es blühen.“

 

Viele Blumen sind ungeeignet

Gerade die allerschönsten Blumen bieten für Bienen und andere Insekten – mehr als 33.300 Arten sind in Deutschland bekannt – oft keine Nahrung. „Das sind häufig gefüllte Blüten, bei denen Staub- und teils auch Fruchtblätter zu Blütenblättern umgewandelt sind“, sagt Andreas Fleischmann von der Botanischen Staatssammlung München. Die meisten gezüchteten Dahlien, Rosen, Garten-Chrysanthemen und viele Tulpen und Narzissen hätten zugunsten ihres hübschen Aussehens zurückgebildete oder keine Staubblätter – und damit keine Pollen und keinen Nektar.

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Lasst den Löwenzahn stehen, fordern Bienenkenner.

(Foto: dpa)

„Wir reißen den Löwenzahn aus und pflanzen stattdessen eine gefüllte gelbe Dahlie. Weil wir das schön finden. Das hilft aber den Insekten nichts. Es ist, als würde man uns im Wirtshaus nur das Foto von einem Schweinsbraten vorsetzen“, sagt Fleischmann. „Was die Leute heute oft als Natur empfinden, ist vom Menschen künstlich gestaltet.“ Der Mensch habe definiert, was Unkraut sei. Jede Pflanze habe aber ihren Platz.

Bei Blühmischungen gebe es große Unterschiede. Die besten mit vielen heimischen Samen sind oft teurer und wachsen langsamer als Mischungen mit einjährigen, fremdländischen Arten. Samen aus Südafrika und Amerika blühen rasch, helfen vielen hiesigen Insekten aber weniger. „Sie können das nicht verwerten. Unsere heimischen Insekten passen zu unseren heimischen Pflanzen wie ein Schlüssel zum Schloss“, sagt Fleischmann.

Quelle: https://www.n-tv.de/wissen/Deutsche-Gaertner-pflanzen-oft-das-Falsche-article21025274.htm

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